Milchzähne und ihre Pflege

Sind Löcher in Milchzähnen schlimm?

Leider ist die Meinung, dass Karies in Milchzähnen nicht so dramatisch wäre, da diese ja ohnehin ausfallen, immer noch weit verbreitet.  

Weit gefehlt! Gesunde Milchzähne sind die beste Voraussetzung für ein weiterhin gesundes Gebiss. Kariöse Milchzähne können bleibende Zähne anstecken oder auch durch Entzündungen zu Schäden an den nachfolgenden Zähnen führen.

Und: Milchzähne haben vielfältige Aufgaben, die sie bis zu ihrem vorgesehenen Ausfallen erfüllen sollten:

  • Kaufunktion: Ohne Milchzähne können Kinder nicht richtig abbeißen und die Nahrung zerkleinern!
  • Sprachentwicklung: Zähne sind notwendig um Laute korrekt zu bilden und somit richtig sprechen zu lernen.
  • Gebissentwicklung: Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Gehen sie frühzeitig verloren, sind Fehlstellungen im bleibenden Gebiss vorprogrammiert.
  • Allgemeingesundheit: Folgen früher Zahnschäden erhöhen die Infektanfälligkeit Ihres Kindes (Erkältungen, Appetitlosigkeit ...).
  • Aussehen: Zähne sind auch bei Kindern wichtig für die äußere Erscheinung. Kinder mit schlechten Zähnen werden nicht selten in Schule/Kindergarten gehänselt!

„Bottle Nursing Syndrom“ - Die erste große Gefahr für die Milchzähne

Eine massive Karies befällt dabei schon ab dem 2. Lebensjahr hauptsächlich die oberen Frontzähne und kann im weiteren Verlauf auch die übrigen Milchzähne komplett zerstören.

Ursache ist eine ständige Zucker- und/oder Säurezufuhr durch häufiges- oder Dauernuckeln an der Saugflasche (tagsüber oder zur Beruhigung beim Schlafen).

Die vorhandenen Mundhöhlenbakterien wandeln Zucker aller Art in Säure um und schädigen so die Zähne. Der Inhalt der Nuckelflasche spielt also die entscheidende Rolle: Hauptursache für das Bottle Nursing Syndrom sind heute vor allem Saftschorlen (Fruchtzucker), aber auch Milch (Milchzucker), neben den mittlerweile bekannten gesüßten Instanttees, Kakao und Limonaden.

Was sollten Sie spätestens ab Durchbruch des ersten Zahnes beachten?

  • Ihr Kind sollte nicht länger allein an einer Saugflasche nuckeln, es sei denn, diese enthält nur (Mineral-) Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Sobald Ihr Kind alleine sitzen kann, gewöhnen Sie es an das Trinken aus einem Becher.
  • Kohlenhydrat-/zuckerhaltige Getränke (auch Saftschorlen) sollten Kinder höchstens zu den Hauptmahlzeiten trinken. Ansonsten sollten sie baldmöglichst an Mineralwasser oder ungesüßten Tee als Durstlöscher gewöhnt werden. 
  • Pflegen Sie schon den ersten Milchzahn mindestens einmal täglich mit einer weichen kleinen Kinderzahnbürste, ab dem 2. Lebensjahr zweimal täglich (nach dem Frühstück und vor dem Zubettgehen) mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta (500 ppm Fluorid).
  • Zahnbürsten spätestens alle drei Monate austauschen.
  • Als Zwischenmahlzeit unterwegs reicht kleingeschnittenes Obst, Gemüse, Knäckebrot oder Salzbrezeln. Aber bitte vermeiden Sie Dauerknabbern.
  • Kinder brauchen nicht ganz auf Süßes zu verzichten! Achten Sie aber darauf, dass Süßes nur im Anschluss an Hauptmahlzeiten gereicht und nicht über den ganzen Tag verteilt konsumiert wird.
  • Schauen Sie die Zähne Ihres Kindes immer wieder genau an. Spätestens ab einem Alter von 3 Jahren sollten regelmäßige zahnärztliche Kontrollen erfolgen.
  • Achten Sie selbst auf die Gesunderhaltung Ihrer Zähne (optimale Mundhygiene, Ernährungslenkung, Fluoride, Kontrollen und professionelle Prophylaxe beim Zahnarzt). So übertragen Sie durch körperlichen Kontakt weniger pathogene (krankmachende) Keime auf Ihr Kind und gehen mit gutem Beispiel voran.
  • Nehmen Sie Ihr Kind zu ihrem eigenen Kontrolltermin beim Zahnarzt mit – so lernt Ihr Kind die Praxisumgebung frühzeitig kennen und weiß, dass es keine Angst haben muss, wenn es selbst einen Termin hat.

Bei weiteren Fragen beraten wir Sie gerne!

Wir sind für Sie da!

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Zahnärztlicher Notdienst